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Die Frage „Und, wie geht’s so?“ als Teil einer Begrüßung kennen wir alle. Wie aber wäre es, wenn wir stattdessen gefragt werden: „Und, sind Sie glücklich?“

Interessanterweise scheint dieses eine Frage mit einem anderem Tiefgang zu sein, die zum Nachdenken anregt und von vielen Menschen spontan nicht mit einem klaren Ja beantwortet werden kann. Wie viel einfacher erscheint da die Frage: „Möchten Sie glücklich sein?“ Denn glücklich möchten vermutlich die meisten Menschen sein.

Aber was genau ist Glück? Mit Sicherheit handelt es sich dabei im Detail um eine sehr persönliche, individuelle Definition. Im Großen und Ganzen gibt es aber gesellschaftlich und sogar wissenschaftlich akzeptierte Kriterien, was Glück ist und was nicht.

Der Duden beispielsweise definiert Glück wie folgt:

  1. angenehme und freudige Gemütsverfassung, in der man sich befindet, wenn man in den Besitz oder Genuss von etwas kommt, was man sich gewünscht hat; Zustand der inneren Befriedigung und Hochstimmung
  2. einzelne glückliche Situation; glückliches Ereignis, Erlebnis

Es gibt aber auch andere Definitionen des Glücks. Der chinesische Philosoph Lao Tse fand beispielsweise, dass das wahre Glück in der Untätigkeit läge. Sokrates, Platon und Aristoteles hingegen glaubten, dass eine besonders tugendhafte Lebensweise zum Glück führe. Aristoteles formulierte: „Glück ist die Bedeutung und der Sinn des Lebens, das Ziel der menschlichen Existenz.“Und für Epikur war Glück das Erleben von Lust und die Abwesenheit von Schmerz.

Nicht nur die alten Philosophen haben sich mit dem Thema Glück beschäftigt, sondern auch heutzutage beschäftigen sich viele Wissenschaftler, wie zum Beispiel Soziologen oder Psychologen, mit der Frage wie Menschen ihr Glück finden können. Und selbst die Politik und die Wirtschaft haben das Thema des Glücklichseins für sich entdeckt. Im kleinen asiatischen Bhutan gibt es den Begriff des Bruttonationalglücks, der zum Ziel hat, den Lebensstandard in breit gestreuter, humanistischer und psychologischer Weise zu definieren und dem herkömmlichen Bruttonationaleinkommen, einem ausschließlich durch Geldflüsse bestimmten Maß, einen ganzheitlicheren Bezugsrahmen gegenüberzustellen.
Wie aber steht es nun mit dem gefühlten Glück, in unserer heutigen Zeit und in unserem Arbeitsleben?

Ende November 2015 wurde von der Deutschen Post ein sogenannter Glücksatlas 2015 veröffentlicht. Im Rahmen dessen fand man unter der wissenschaftlichen Leitung von Professor Bernd Raffelhüschen (Universität Freiburg) und Meinungsforscher Reinhard Schlinkert (dimap) heraus, dass Deutschland erstmals seit zwei Jahren wieder etwas glücklicher geworden ist und alters- sowie geschlechterunabhängig die Deutschen zufrieden mit ihrer Arbeit sind.

Und wie steht es jedoch mit dem persönlich gefühlten Glück?
Dieses hängt in großem Maße von der individuellen Perspektive auf das eigene Leben ab und der Frage, wie man mit den täglichen Herausforderungen umgeht. Und diese Perspektive hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss darauf, ob man sich innerlich in einer gewissen Balance befindet, beziehungsweise was es bedarf, um diese Balance zu stören.

In diesem Zusammenhang erhält neuerdings eine noch junge Forschungsrichtung, die sog. Positive Psychologie immer mehr Resonanz. Sie untersucht, wie positive Emotionen (und damit auch gefühltes Glück) entstehen. Während sich in der Vergangenheit die Psychologie hauptsächlich mit Therapie und Heilung von psychischen Problemen beschäftigte und versuchte zu klären, was Menschen unglücklich macht, steht in der jüngeren Zeit auch die Frage im Raum, was glücklich macht oder wie Menschen glücklich werden.

Eine Studie von Sonja Lyubomirsky, University of California, zeigt, dass die äußeren Umstände wie zum Beispiel materieller Wohlstand oder die jeweilige geschäftliche Situation nur etwa 10% zum persönlichen Wohlbefinden beitragen. Einen wesentlich größeren Einfluss haben das eigene Handeln und Denken, sprich das jeweils aktive persönliche Verhalten. Sicherlich wäre es zu kurz gesprungen, die Ergebnisse dieser Studie auf einen einzelnen Menschen zu übertragen. Es lässt sich jedoch daraus durchaus verallgemeinern, dass das eigene Handeln und Denken die Suche nach dem persönlichen Glück positiv unterstützt.

Die folgenden Tipps können Sie daher bei der Suche und vor allem dem Finden und Empfinden von Glück unterstützen.

  • Pflegen und genießen Sie Beziehungen zu Menschen, die  Ihnen wichtig sind und die Ihnen gut tun. Besonders wenn der eigene Kalender voller Geschäftstermine und Verpflichtungen ist, ist es umso wichtiger, sich Zeit einzuplanen und wahrzunehmen für die Beziehungspflege. Planen Sie bewusst Zeiteinheiten, in denen das Geschäftliche in den Hintergrund rücken darf und Sie sich Ihrer Familie und Ihren Freunden widmen können.
  • Gehen Sie konstruktiv mit den täglichen Herausforderungen um. Es ist nicht angenehm, wenn gut geschmiedete Pläne sich als nichtig oder getätigte Entscheidungen sich als falsch erweisen. Gehen Sie mit möglichen Stresssituationen, Krisen und Tragödien des Lebens bewusst um, akzeptieren Sie diese (sofern Sie realistisch gesehen nichts ändern können) und machen Sie sich Ihren Handlungsspielraum bewußt. Es ist ein bisschen wie mit dem verlorengeglaubtem Koffer am Flughafen. Jammern bringt ihn nicht zurück, sondern die richtigen Schritte in die richtige Richtung.
  • Genießen Sie nicht nur die großen, sondern auch die kleinen Momente im Leben. Viele Menschen warten auf das große Glück (beruflich wie auch privat) und verpassen die kleinen, alltäglichen Glücksmomente. Finden Sie heraus, welche für Sie persönlich nicht nur große, sondern welche auch kleine Glücksmomente in Ihrem Alltag und Ihrem Leben sind beziehungsweise in der Zukunft sein könnten und sollten. Streben Sie die großen, persönlichen Glücksbringer an, aber seien Sie auch achtsam gegenüber den kleinen Glücksmomenten und genießen Sie diese.

In einer interessanten Studie fand die Forscherin Barbara Fredrickson heraus, dass positive Gefühle von negativen nicht nur hinsichtlich ihrer Ausprägung unterscheiden, sondern auch hinsichtlich ihrer Dauer und Intensität anders wahrgenommen werden. Darüberhinaus werden negative Gefühle wesentlich schneller wahrgenommen, klarer erlebt und wirken auch länger nach. Sie führen zu einer Fokussierung und Einengung des eigenen Denkens.

Positive Gefühle werden im Vergleich dazu zwar häufiger erlebt, im Alltag aber nicht unbedingt bewusst wahrgenommen. Wenn sie jedoch wahrgenommen werden, erweitern sie das Denken, steigern die Kreativität und die Problemlösefähigkeit und unterstützen uns positiv in unseren sozialen Beziehungen. Geht es also dann darum, mit rosaroter Brille durch den Alltag zu gehen und möglichst glücklich zu wirken? Mitnichten.

Wichtig ist eine gesunde, wertschätzende und wohltuende Balance, die mit einer Metapher von Barbara Fredrickson beschrieben werden kann:
Ein Segelboot liegt mit einem gewissen Anteil unter der Wasserlinie, dieser Teil kann metaphorisch gesehen als der Anteil negativer Gefühle gesehen werden. Ein wesentlich größerer Teil des Bootes befindet sich gut sichtbar über der Wasserlinie. Die Segel stellen dabei den Anteil positiver Emotionen darstellen. Beide Elemente sind wichtig.
Um jedoch auch stärkerem Wind und sogar Stürmen zu trotzen ist es wichtig, ein sinnvolles Verhältnis zwischen dem Bootsteil unterhalb der Wasserlinie und der Größe der Segel sicherzustellen und diese Segel auch zu setzen. Denn die beste Wasserlage bringt nichts, wenn die Segel nicht gesetzt sind. Erst der Wind im täglichen Leben bringt die Kraft und Richtung, um dem eigenen Glück entgegenzusegeln.

Unser Fazit
Glück ist höchst vielschichtig und individuell bewusst gestaltbar. Umso bewusster Sie sich aktiv mit der Frage beschäftigen was für Sie persönlich Glück bedeutet und welche Faktoren Sie in den unterschiedlichsten Facetten des Alltags glücklich machen können, desto größer ist die Chance, dass Sie die kleinen und großen Glücksmomente für sich erlebbar machen.

Dieser Artikel ist in unserer Reihe “C@W Business Insights” erschienen.
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